Vorsatz
Ich bitte um die Hilfe, die ich brauche
@highlandcalm Narrated by Paul Rigby 2:20 30 shots
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Ich habe gefragt, und jemand hat ja gesagt, und es war nicht die riesige Sache, zu der ich es in meinem Kopf aufgebaut hatte. Nächstes Mal mache ich das früher, denn das Warten war der teure Teil, und das Fragen hat mich fast nichts gekostet. Zwei Wochen Tragen. Eine Minute Sagen. Ich hätte diese zwei Wochen gern zurück, und die nächsten zwei werde ich nicht genauso ausgeben.
Auf meinem Bildschirm steht eine Nachricht, in der nur steht: natürlich. Ein Wort, innerhalb einer Minute geschickt, nachdem ich zwei Wochen damit verbracht hatte, meine nicht zu schicken. Ich sehe immer wieder auf den Zeitstempel. Da war nirgends ein Zögern, kein Abwägen, kein Gefühl davon, dass ich um etwas Großes oder Ungewöhnliches gebeten hätte.
Ich kämpfe lieber still, als zur Last zu fallen, und das habe ich jahrelang Unabhängigkeit genannt. Es liegt näher am Stolz, und es hat mich Zeit gekostet, die ich nicht zurückbekomme. Die Rechnung ging nie auf. Ich habe andere Leute vor einem Gefallen von zwei Minuten geschützt, indem ich zwei Wochen damit verbrachte, die Sache allein und schlecht zu machen, und das Ergebnis dann Eigenständigkeit nannte. Niemand hat mich je darum gebeten. Ich habe es an ihrer Stelle entschieden, ich habe nie bei ihnen nachgefragt, und wenn ein Mensch, den ich liebe, mir dasselbe angetan hätte, wäre ich ehrlich verletzt gewesen. Hilfe abzulehnen macht mich nicht stark. Es macht mich langsam, und es sagt den Menschen um mich herum leise, dass ich ihnen nichts Echtes zutraue.
Menschen werden gern gefragt. Für jemanden nützlich zu sein, der einem wichtig ist, ist keine Belastung, es ist einer der besseren Teile eines Tages, und ich habe das den Menschen, die mich lieben, leise vorenthalten und mir dabei gesagt, ich sei rücksichtsvoll. Jedes Mal, wenn mich jemand um etwas Konkretes bittet, freue ich mich, dass die Wahl auf mich gefallen ist. Es ist mir wirklich nie in den Sinn gekommen, dass dasselbe auch in die andere Richtung läuft und dass mein Schweigen als Distanz gelesen wurde und nicht als Stärke. Die stärksten Menschen, die ich kenne, bitten ständig und direkt um Dinge, und ich hatte das ganze Bild auf dem Kopf.
Also benenne ich die eine konkrete Sache, gegenüber der einen konkreten Person. Kein allgemeines Gefühl davon, dass es gerade schwer ist, denn darauf kann niemand handeln, selbst wenn er es sehr gern täte. Eine Sache, eine Person, laut gesagt. Zu konkreten Bitten lässt sich leicht ja sagen. Vage Bitten sind nur eine Stimmung, in der andere herumstehen und raten müssen, was helfen würde.
Gefragt. Beantwortet. Ich musste es nicht allein tragen, und wie sich zeigt, musste ich das nie.