Vorsatz
Entweder gibst du dich ganz hinein, oder du lässt es los
@rooftopquiet Narrated by Paul Rigby 1:55 24 shots
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Da ist etwas, das du nur halb machst, und das schon seit einer Weile. Du scheiterst nicht daran. Du beendest es aber auch nicht. Der Morgen ist klar, und die Sache liegt immer noch da, genau in dem Zustand, in dem sie seit Monaten liegt, und wartet auf eine Entscheidung, die einfach nicht fällt.
Ein Ordner, den du öffnest und wieder schließt. Ein Kalender mit etwas, das sich immer wiederholt. Diese bestimmte Schwere der Morgenluft, bevor ein Fenster geöffnet wird. Dampf, der schräg von einer Tasse ins Licht steigt.
Sich alle Optionen offenzuhalten fühlt sich klug an, in Wirklichkeit bezahlst du für zwei Dinge und bekommst keines davon. Der Grund ist einfach: halber Einsatz bringt Ergebnisse, die zu schwach sind, um Mut zu machen, und schwache Ergebnisse liest du als Beweis, dass die Sache nichts für dich war. So erzeugt das Zögern still den genauen Beweis, vor dem es dich angeblich schützen wollte. Dabei verbrauchst du die Stunden zum vollen Preis. Du bist dir darüber gar nicht unschlüssig. Du hast dich längst entschieden und sagst es nur nicht, und von außen sieht das gleich aus wie Unschlüssigkeit, ist es aber von innen ganz und gar nicht.
Stell dir vor, was ein klarer Schlussstrich dir geben würde. Kein Scheitern, das ist ja genau das, wovor das Zögern flieht, sondern die Stunden zurück, die Aufmerksamkeit zurück, und eine offene Baustelle weniger, die still ihren kleinen Tribut von allem anderen fordert. Und wenn du in Wahrheit merkst, dass du es wirklich willst, dann ist Halbherzigkeit der einzige Weg, der garantiert nicht dorthin führt. Das Zögern ist also nicht die sichere Wahl, es ist die einzige Wahl mit einem sicheren, schlechten Ausgang. Jede der beiden Richtungen ist besser als die Mitte. Nur die Mitte kann sich niemals auszahlen.
Also fällt es heute in eine Richtung. Entweder bekommt die Sache einen festen Platz in deiner Woche, aufgeschrieben, verteidigt wie etwas, das wirklich zählt, oder sie endet sauber und freundlich, und du sagst es denen, die es wissen müssen. Ein einziger Satz, in die eine oder andere Richtung, heute gesagt, dir selbst zumindest, und laut, wenn noch jemand anderes betroffen ist.
Beide Antworten sind gute Antworten, und beide wären eine Erleichterung. Nur die Mitte hat dich etwas gekostet, und das schon lange, ganz still. Entscheide dich, und hol dir die Woche zurück.